Ein Rückblick auf den Rückblick

Inoffiziell zählt für uns das Jahresrückblickkonzert 2015 als Ursprung der heutigen Grafschafter Showgala. In allen Veranstaltungskalendern konnte man zur Vorweihnachtszeit eine abwechslungsreiche Bandbreite an Weihnachtskonzerten auffinden. Im Jahr 2015 gastierte Tom Wolf als Pianist und Entertainer monatlich in einem bekannten Café der Lebenshilfe Nordhorn. Statt eines Weihnachtskonzerts im Monat Dezember zu spielen kam die Idee auf, alle Gastkünstler, die in jenem Jahr bei ihm gastierten, einzuladen und ihre Songs und Geschichten vorzustellen. Passend dazu gab es mit einer einfachen Powerpoint-Präsentation pro Künstler einen Rückblick auf jeweils einen Monat des vergangenen Jahres. Keine Interviews, keine Minispiele, kein Eintritt. Das Café war mit über 150 Zuschauern bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Alle lauschten den Monatsrückblicken und Songbeiträgen der Gastkünstler. Für den Monatsbeitrag Dezember kam man dennoch nicht an Weihnachten vorbei. Es folgte der Grafschafter Weihnachtssong „Irgendwo Da Draußen“, welcher 2014 veröffentlicht wurde und über 50.000 Klicks auf YouTube erreichte.

Das Konzept eines zu dem Zeitpunkt genannten „musikalischen Jahresrückblicks“ fand Begeisterung beim Publikum. Darum entschied man sich die Idee zu verfeinern und brachte im Folgejahr 2016 den ersten offiziellen musikalischen Jahresrückblick auf die Bühne des Kulturzentrums "Alte Weberei" in Nordhorn. Die Technik war besser und der Saal größer. Auf zwei Leinwänden konnte man die Monatsrückblicke wie eine Diashow betrachten. Bis hierhin waren auch negative Themen wie Terrorangriffe, Umweltkatastrophen und Skandale aufgeführt. Statt Solisten wurden nun auch Ensembles und Rockbands präsentiert. Bei der Showeröffnung gastierte zum ersten Mal die Tanz-Crew Reset, welche seit dem zum festen Teil der Show gehört. Auch Chananja Schulz gastierte mit einer Darbietung, war zu dem Zeitpunkt aber selber Gast und keine Gastgeberin. Auf einer "Wetten-Dass…?" Couch wurden Interviews und erste Spiele getestet. Die Dynamik des Konzepts funktionierte nicht zu 100%, Umbauten auf der Bühne waren noch ein wenig unkoordiniert, Interviews sprengten den Zeitrahmen und der Ablaufplan konnte nicht eingehalten werden. 300 Zuschauen gaben dankenden Beifall als alle Acts zum großen Abschluss auf die Bühne kamen.

Mit gefühlt tausenden Erfahrungswerten verließ man die Location und überarbeitete das Konzept. Aus dem „musikalischen Jahresrückblick“ wurde  die „Grafschafter Showgala“. Mit Absicht bezog man sich auf die Region und machte sie selbst zum Titel der Veranstaltung. Die Recherchearbeiten für die Monatsrückblicke wurden an das Projekt „Reporterprofil“ des EGN (evangelisches Gymnasium Nordhorn) unter der Leitung von Florian Großmann übergeben. Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse machten es sich zur Facharbeit, nur gute Nachrichten aus der Region und der Welt zusammen zu tragen, zu kürzen, einzusprechen und als fertige Videobeiträge einzureichen. Im Zuge dessen erhielten die Junior Reporter umfassende Referenzschreiben für ihren beruflichen Werdegang in die Welt des Journalismus. Musikproduzent André Ahuis kam neu zum Team hinzu und übernahm von diesem Zeitpunkt den technischen und organisatorischen Ablauf, während eine eigene Showband die Acts der Gastkünstler einstudierte. Aus den Erfahrungen von 2016 gelernt, so wurde ein eigenes Stage-Team entwickelt, dass sich um alle Prozesse auf der Bühne kümmerte. Tom Wolf nahm den Platz als Veranstalter ein und unterschrieb Verträge mit der Stadt Nordhorn für die Nutzung des Konzert- & Theatersaals, Lizenzverträge mit ProTicket zur Verbesserung des Ticketvertriebweges und Kooperationsverträge mit den Grafschafter Nachrichten um Zuschauern einen GN-Card Rabatt anbieten zu können. Der Pianist war nun der Hauptverantwortliche. Für die Co-Moderation fragte er in aller Freundschaft Chananja Schulz an, die ihm ohne zu zögern zusagte. Eine Wetten-Dass…? Couch wurde abgeschafft. Erneut fanden sich zwölf Acts aus der Region von Klassik bis Rock und über 420 Zuschauer gaben Beifall und Zugabe-Rufe.

 

Das Showkonzept hatte nun einen eigenen Rhythmus entwickelt. Nach der Show, ist stets vor der Show. In Feedbackgesprächen wurden Erfahrungswerte gesammelt, Kritik analysiert und Lösungsvorschläge sowie neue Ideen umgesetzt. Mittlerweile hat die Grafschafter Showgala ein eigenes Corporate Identity, das sich auf Bannern, Video-Animationen und im Web widerspiegelt. Negative Nachrichten werden in Monatsrückblicke nicht mehr aufgenommen. Es zählen die guten Nachrichten aus der Region, Deutschland und der Welt. Da man stets ein Gleichgewicht für Musik- und Showacts aufbaut, die meisten musikalischen Gastkünstler sich mit eigenen Musikern begleiten und der Probeaufwand einer eigenen Showband sehr zeitintensiv war, wurde diese nach 2017 aufgelöst. Statt, bis 2016 noch üblich, nur Musikacts gastieren zu lassen, fanden sich nun auf der Showbühne auch Akrobaten, Schauspieler, Tänzer und sogar eine Koch- sowie Quizshow.


Die mittlerweile hochwertigen Videobeiträge wurden mittels professioneller Software auf ein neues Niveau positioniert. Die Abläufe der Show laufen flüssiger, die Location ist bekannt und vertraut. Um Überlänge zu vermeiden wurden Interviews gekürzt und ganze Minispiel-Ideen verworfen (dennoch verließ das Publikum 30 Minuten später den Saal als geplant…manche Dinge kann man nicht ändern)

2019 fand die Showgala zum dritten Mal im Konzert- und Theatersaal in Nordhorn statt. Das Bühnenbild wurde von André Ahuis vollständig neu gestaltet. Aufgrund der höheren Anforderungen wurde die Firma Mabo Eventtechnik mit ins Team aufgenommen, so dass mittlerweile über 40 kopfbewegte Scheinwerfer im Einsatz sind. Erstmalig war der Saal vollständig ausverkauft, die Reaktionen auf die Show haben uns überwältigt.

Die Grafschafter Showgala ist der Abschlussevent des Jahres geworden und zählt mittlerweile zum festen Bestandteil im Grafschafter Veranstaltungskalender. Mittlerweile erhält die Showgala Bewerbungen und Empfehlungen regionaler Künstler.



„Solange es Geschichten zu erzählen gibt, solange soll die Grafschafter Showgala jenen Menschen eine Bühne und ein Publikum bieten.“

 

Tom Wolf

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